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Zeitgeschichte

Die Epoche 3 fällt in wahrlich bewegte Zeiten, es ist die Zeit des Kalten Krieges. Erst zum Ende der Epoche fängt mit dem Beginn der Regierung Brandt zaghaft das innerdeutsche Tauwetter an. Es beginnt aber mit der Spaltung. Nach der Gründung der beiden deutschen Staaten (1949) entstehen auch zwei deutsche Staatsbahnen, die Deutsche Bundesbahn und die Deutsche Reichsbahn. Die Entwicklung der beiden deutschen Staaten verläuft, den zugehörigen Machtblöcken entsprechend, völlig gegensätzlich. Während die DDR anfangs, zumindest nach außen hin, noch die Wiedervereinigung anstrebt, wird die Politik der frühen Bundesrepublik entscheidend von der Westintegration bestimmt. Bald verhärten sich die Fronten zwischen den Machtblöcken so stark, dass die kurz zuvor "für alle Zeiten" entmilitarisierten Deutschen wegen ihrer im wahrsten Wortsinn "zentralen" Stellung innerhalb dieser Blöcke, schnellstens wiederbewaffnet werden sollten. In der DDR geschah das anfangs unter dem Deckmantel der "Kasernierten Volkspolizei". Nach Gründung der Bundeswehr wurde sie allerdings, offiziell als "Antwort" auf diese "imperialistische Provokation", in Nationale Volksarmee (NVA) umbenannt. Hinzu kamen in der DDR schon seit 1952 paramilitärische Verbände, wie z.B. die Betriebskampfgruppen oder die Gesellschaft für Sport und Technik.

Auch wirtschaftlich ging die Entwicklung bald auseinander. Während die Bundesrepublik, gestützt auf die Gelder des Marshallplans, schnell wieder auf die Beine kam und bald ein beispielloses "Wirtschaftswunder" erlebte, ging es in der DDR nur mühsam voran. Es mangelte an Allem, die gesamte deutsche Montanindustrie lag im Wesentlichen unerreichbar jenseits des Eisernen Vorhanges, die noch verbliebene Chemische Industrie im "Chemiedreieck" Halle - Leipzig - Bitterfeld litt unter Rohstoffmangel und Demontagen, wie auch die gesamte übrige Industrie.
Die Lage im Transportwesen war ebenso katastrophal, es fehlte an rollendem Material, die Sowjets hatten auf weiten Teilen des Netzes das zweite Streckengleis demontiert, die besten Fahrzeuge waren ohnehin von den Sowjets beschlagnahmt. Zur gleichen Zeit ließ übrigens die Bundesbahn Tausende von beschädigten oder überzähligen Loks verschrotten, um Stahl für den Koreakrieg zu gewinnen, auch , wenn diese erst wenige Jahre alt waren, wie z.B. die Baureihe 42.

Unterschiedlich waren auch Rolle und Bedeutung der Eisenbahn. Während im Osten die Eisenbahn bis zum Zusammenbruch der DDR unangefochten der wichtigste Verkehrsträger war und ihre Transportleistungen im Laufe der Jahre sogar erheblich steigern konnte, ging im Westen die Transportleistung kontinuierlich zurück. War die Bahn Anfang der fünfziger Jahre noch der wichtigste Verkehrsträger, so hatte ihr der PKW Ende der Sechzigerjahre im Personenverkehr bereits den Rang abgelaufen. Auch im Güterverkehr hatte die Bahn bedeutende Transportmengen an den LKW verloren.

Zentrale Persönlichkeiten jener Zeit waren im Westen Bundeskanzler Adenauer (von 1949 - 1963), der die Außenpolitik jener Jahre prägte, und Ludwig Erhard, der als Wirtschaftsminister das Wirtschaftswunder federführend initiierte und vorantrieb. Als Bundeskanzler (1963 - 1966) blieb er ebenso farblos wie sein Nachfolger Kurt-Georg Kiesinger (1966 - 1969). Wirkliche Impulse setzte dann ab 1969 erst wieder Willy Brandt mit seiner Ostpolitik, aber das gehört eigentlich schon in die Epoche4. In der DDR hatte von Anfang an nur Walter Ulbricht die Fäden in der Hand, der ehemalige SPD-Vorsitzende Otto Grotewohl, dessen Partei 1948 auf Geheiß Stalins und Ulbrichts mit der KPD zur SED zwangsvereinigt wurde, hatte letztlich genauso wenig Einfluss, wie der Staatspräsident und angebliche "Gründer der DDR" Wilhelm Pieck. Ulbricht, ein unverbesserlicher Ideologe und Stalinist alter Schule, trieb zielstrebig die Umwandlung der DDR in einen zentralistischen Staat nach Vorbild Sowjetrusslands voran und sicherte sich und seiner Partei durch brutale "Säuberungsaktionen" die absolute Macht.

Es waren bewegte Zeiten: Koreakrieg, Arbeiteraufstand in der DDR, Ungarnaufstand, Mauerbau, Kubakrise, Vietnamkrieg oder Prager Frühling, bei einigen Ereignissen stand die Welt kurz vor einem Atomkrieg.

Gekämpft wurde auch an der Propagandafront, Sputnik, Gagarin, Apollo und Neil Armstrong, der Wettlauf im All wurde trotz anfänglichen Vorsprungs der Sowjetunion letztlich von den USA gewonnen; gebracht hat es allerdings nicht viel. Letztlich hatte aber auch auf dem Schlachtfeld der Propaganda der Sozialismus hauptsächlich den üblichen Mangel vorzuweisen. Zu offensichtlich war die Schere zwischen Verlautbarungen und Realität, da half auch kein alljährlich gebetsmühlenhaft wiederholtes Ankündigen, kurz davor zu sein, den Westen wirtschaftlich zu überholen (bzw. überholen, ohne einzuholen, so der offizielle Wortlaut in der DDR).
Der DDR-Bürger träumte, inmitten realsozialistischer Tristesse, genauso den Traum vom Wohlstand, von Auto, Kühlschrank und Waschmaschine, von Radio, Plattenspieler und Fernseher, von Reisen in ferne Länder. Doch während der Bundesbürger diesen Träumen von Jahr zu Jahr näher kam, blieb dem Landsmann jenseits des Stacheldrahtes nur das Warten, 10 Jahre auf den Trabant, nicht ganz so lange auf die übrigen Luxusgüter, wenn er sie sich überhaupt leisten konnte.

In Einem waren sich allerdings die "Obrigkeiten" in Ost und West einig, der fürchterliche, die Jugend verderbende Rock'n'Roll und die fast noch schlimmere Beat-Musik wurden von den damaligen Regierenden, wie der freien und unfreien Presse, gleichermaßen einhellig abgelehnt.

Gute alte Zeiten? Angesichts der heutigen Probleme und globalen Umwälzungen und Herausforderungen vielleicht schon.

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