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VW Bus

Typenkompass VW Bus / Transporter Band 1 1949-1979

VW Transporter - Die technische Dokumentation 1950 - 1990

VW Transporter 1950 - 1979

Volkswagen "Bulli"

VW Bulli T2
© Michael Neuhauss
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1949 wurde ein völlig neuer Nutzfahrzeugtyp für das VW-Werk, der Typ 2, ein Lieferwagen, der die Vorteile der Behelfslieferwagen auf PKW-Basis und die der Lastwagen vereinigt, entwickelt. Der selbsttragende Ganzstahlaufbau kommt der volumengünstigsten Verpackungsform einer Ware am nächsten, der einfachen quaderförmigen Kiste. Erstmals wird bei der Konstruktion eines Nutzfahrzeugs der Windkanal zu Rate gezogen und ein CW-Wert von 0,44 ermittelt. Vom VW-Käfer werden der Motor-Getriebe-Block, Radaufhängung, Lenkung und Räder übernommen. Um die vorhandenen genormten Werkstatteinrichtungen voll zu nutzen, sollen aber die Abmessungen (z.B. Radstand und Spurweite) weitgehend identisch mit dem VW-Käfer sein. Die konstruktive Dreiteilung des Fahrzeugs - Fahrerraum in Frontlenkerbauweise, ein durch Flügeltüren auf einer Seite (auf Wunsch auch auf zwei Seiten) zugänglicher 4,6 m3 großer Laderaum zwischen den Achsen, Maschine und Getriebe im Heck - ergeben eine vorbildliche Gewichtsverteilung (Belastung der Vorder- und Hinterachse im Verhältnis 1:1). Die Lage des Motors macht jedoch eine Hecktür unmöglich.

Im Rahmen ständiger Verbesserungen kann 1953 die Bauhöhe des Motors reduziert werden, so dass ab diesem Jahr doch eine Hecktür eingebaut wird, wodurch die Be- und Entladung bedeutend vereinfacht wird, vor allem im Lieferverkehr mit vielen einzelnen Auslieferungspunkten.

Der luftgekühlte Boxermotor kennt keine Probleme mit Einfrieren oder Kochen, weshalb der Transporter auch große Erfolge in tropischen wie auch in arktischen Regionen der Erde verzeichnet. Die Autobahn-Dauergeschwindigkeit des mit 750 kg Nutzlast beladenen Fahrzeugs beträgt 80 km/h und die Steigfähigkeit 23%. Dabei verbraucht der Schnelllieferwagen durchschnittlich 9,5l auf 100 km. Die großen Seitenflächen lassen der Kreativität der Reklamemaler freien Raum. Eine Sensation für ein Nutzfahrzeug dieser Zeit ist die serienmäßige Warmluftheizung, die aber wegen der großen Entfernung zwischen Motor und Fahrerraum nicht immer voll befriedigt. So wird von der Firma Eberspächer 1954 eine motorunabhängige zusätzliche Standheizung entwickelt. Im Februar 1950 laufen die ersten Transporter (nur Kastenwagen) vom Band, werden aber erst im März öffentlich vorgestellt. Im Mai desselben Jahres kommen eine Kombi- und eine Achtsitzer-Bus-Version hinzu. Die beiden Sitzbänke des Kombis lassen sich mit wenigen Handgriffen ein- und ausbauen. Der Kleinbus für 8 Personen einschließlich Fahrer kann als Personenwagen zugelassen und versteuert werden. Als "Sonderausführung" (später "Sondermodell") bekommt der Kleinbus einen eleganten Bruder in Zweifarbenlackierung mit Rundumverglasung und Plexiglasscheiben im Dach.

In der Mitte des Armaturenbretts ist Platz für einen "Auto-Super" (unter diesem klingenden Titel werden in den fünfziger Jahren Autoradios angeboten). Ab 1951 wird ein voll ausgerüsteter Krankenwagen mit zwei Tragen ab Werk geliefert. 1952 wird das Transporter-Programm um einen Pritschenwagen erweitert, ein Wagen mit in Rampenhöhe liegender Stahlblechpritsche. Im Bereich zwischen den Achsen liegt in zweiter Ebene darunter ein verschließbarer, 1,9 m3 großer Stauraum.
1959 gibt es die Pritsche auch mit 2 m breiter Ladefläche, wahlweise in Ganzstahlbauweise oder auch als Holzaufbau. Ebenfalls 1959 kommt die Doppelkabine auch ab Werk, der bereits vorher von Karosseriebaufirmen als Umbau angeboten wurde. Die verlängerte Kabine bietet einem Montagetrupp oder einer Erntekolonne von 6 Personen bequem Platz, während auf der 1,75 m langen Pritsche Werkzeuge, Maschinen oder Baumaterialien transportiert werden können. Neben den serienmäßig angebotenen Transporterausführungen (hinzu kommen noch Feuerlöschfahrzeuge und Kombis für den Polizeieinsatz) bildet die Ganzstahlkarosse die Basis für unzählige Aufbau- und Ausstattungsvarianten (Tiefkühlwagen, Langmaterialtransporter mit Nachläufer, Gefangenentransporter). Auch das erfolgreichste Wohnmobil deutscher Produktion, der Campingwagen von Westfalia, basiert auf dem VW-Transporter.
Bereits seit 1954 bieten die Westfalia-Werke, Wiedenbrück, die "Camping-Box" als Ausstattungspaket für den VW-Bus an. Diese Einrichtung ist so konzipiert, daß die gesamte Ausstattung (Tisch, Stühle, Betten, Schrank usw.) in einer mobilen Truhe verstaut werden kann, die zum Wochenende in den Geschäftswagen eingesetzt wird. Das Sonnendach bildet eine private Veranda.

Der Motor, zu Beginn mit 25 PS bei 1131 cm3, wird 1954 stärker und hat jetzt 30 PS bei einem Hubraum von 1192 cm3. Im Jahr 1959 wurde der Motor nochmals überarbeitet und leistet jetzt 34 PS. Ein kombiniertes Zünd-Anlaßschloß wird im selben Jahr eingeführt. Anfangs wird ein unsynchronisiertes 4-Gang-Getriebe eingebaut, 1952 werden der 2.-4. Gang synchronisiert. Erst ab 1959 erhält der "Bulli" ein vollsynchronisiertes Getriebe.

Im Jahre 1950 werden täglich nur 10 Exemplare des Transporters gefertigt. Doch die Nachfrage nach diesem neuen Nutzfahrzeugtyp übersteigt alle Erwartungen. Der 100.000. "Bulli" verlässt bereits am 9. Oktober 1954 das Wolfsburger Werk. Um die Kapazität ausweiten zu können, wird ein völlig neues Transporter-Werk in Hannover-Stöcken gebaut und im März 1956 in Betrieb genommen. Dort läuft am 13. September 1956 der 200.000. Lieferwagen vom Band. In den nächsten Jahren wird jeweils eine Hunderttausender-Marke überschritten und am 25. August 1959 wird die magische Zahl 500.000 bei einer Tagesproduktion von 550 Stück erreicht.

Der Transporter bleibt mit kleinen Retuschen bis Juni 1967 in seiner Ur-Form und wird dann durch eine neue Modellreihe in modernisiertem Design, aber mit gleicher technischer Grundkonzeption ersetzt.

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Michael Neuhauss

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