
|
|
|
Bücher zum Thema:
50 Jahre Trabant. Die Legende lebt! Mit spritzigen Witzen und Karikaturen Trabant. Fahren - Tanken - Fahren (Bewegte Zeiten) Schrader-Motor-Chronik Bd. 67: Trabant. P50, P60, 601, 1,1 Liter 1958 - 1991 Schrader-Typen-Chronik. Trabant Die Trabi-Story. Der Dauerbrenner aus Zwickau |
Die Trabant-GeschichteAm 14. Januar 1954 fasst das Präsidium des Ministerrats der DDR folgenden Beschluss: Mit der Entwicklung wurde der VEB Audi Werk Zwickau (AWZ), ab 01. September 1955 VEB Automobilwerk Zwickau, beauftragt. Ziemlich schnell wurde den Verantwortlichen klar, dass diese Forderungen nur über einen Zwischentyp zu erreichen waren. Deshalb wurden drei Erprobungsfahrzeuge (Ur-P 50), auf Basis des IFA F8 (ein leicht modifizierter Nachbau des Vorkriegs-DKW F8) im Juni 1954 gebaut, die noch über eine Blechkarosserie verfügten. AWZ P 70 / Sachsenring P 70
Im April 1955 lief die Nullserie (150 Stück) des auf Basis dieser Versuchswagen entwickelten AWZ P 70 vom Band und am 01. Juli 1955 begann die Serienproduktion des P 70. Die zweitürige Limousine krankte an einer Reihe von Konstruktionsmängeln. Zum Beispiel waren die Türscheiben zunächst unbeweglich und wurden später durch Schiebefenster ersetzt. Er verfügte über keine Kofferraumklappe, sodass seine Beladung durch den Innenraum erfolgen musste. Während Motor, Fahrgestell und Getriebe weitgehend unverändert vom IFA F9 übernommen wurden, bestand die Karosserie aus einem komplizierten Holzgestell, das mit Pressformteilen aus Duroplast beplankt war. Dieser 1954 entwickelte neue Kunststoff bestand aus phenolharzgetränktem Baumwollflor, der unter hohem Druck zusammengepresst wurde. Die Entwicklung dieses witterungs- und korrosionsbeständigen Ersatzstoffes war der Knappheit von Tiefziehblechen in der jungen DDR geschuldet.
1956 erschien eine Kombiversion des P 70, bei der die Beladung des großen Laderaums durch eine seitlich angeschlagene Hecktür ermöglicht wurde. Das mit Kunstleder bespannte Dach war bis zur B-Säule mit dem der Limousine identisch.
Ein Jahr später wurde die Modellpalette durch ein formschönes Coupé ergänzt, das eine Kofferraumklappe und samt Mittelstrebe versenkbare Kurbelfenster besaß. Des weiteren unterschied sich das Coupé durch einen anderen Kühlergrill und eine Lufthutze auf der Motorhaube von Limousine und Kombi. Alle drei Ausführungen verfügten über einen vorne eingebauten, wassergekühlten Zweizylinder-Zweitaktmotor mit 690 ccm Hubraum und 20/22 PS Leistung, der den frontgetriebenen P 70 auf eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h beschleunigte. Technisch interessant war die Dynastartanlage. Dabei handelte es sich um eine 12V-Lichtmaschine, die durch Umpolung auch als Anlasser fungierte.
Am 01. Mai 1958 wurden AWZ und der VEB Sachsenring Kraftfahrzeug- und Motorenwerk (bis 31. Januar 1957 VEB Kraftfahrzeugwerk Horch) zum VEB Sachsenring Automobilwerk Zwickau vereinigt, sodass die letzten Fahrzeuge als Sachsenring P 70 das Werk verließen. Von 1955 bis 1959 wurden insgesamt 36.151 AWZ/Sachsenring P 70 produziert. AWZ Trabant P 50 /Sachsenring Trabant P 50 (Trabant 500)Während der Produktionsvorbereitung für den AWZ P 70 liefen die Entwicklungsarbeiten am P 50 weiter. 1955 wurden drei Prototypen der P 50 Limousine und 1956 ein Prototyp des P 50 Kombi gebaut. Mit fünf weiteren Versuchwagen wurden 1956 Testfahrten über mehrere 100.000 km gemacht und 1957 an der Internationalen Ralley Wartburg teilgenommen. Im Juli 1957 war die Entwicklung eines neuen luftgekühlten Zweizylinder-Zweitaktmotors abgeschlossen worden. Ab 07. November1957 lief die Nullserie des AWZ P 50 (50 Stück) vom Band und am 10. Juli 1958 begann die Serienproduktion der Limousine. Der P 50 hatte einen 18 PS starken luftgekühlten Zweizylinder-Zweitaktmotor mit 500 ccm Hubraum. Seine Höchstgeschwindigkeit betrug 90 km/h. Der Antrieb erfolgte über ein unsynchronisiertes Vierganggetriebe mit permanentem Freilauf. Die Karosserie bestand aus einem mit Duroplastteilen beplanktem Stahlgerippe.
1959 wurde der P 50 überarbeitet (P 50/1). Er erhielt ab Oktober unter anderem einen stärkeren Motor mit 20 PS Leistung, wodurch die Höchstgeschwindigkeit auf 95 km/h stieg. Zeitgleich begann die Herstellung der Nullserie (10 Stück) einer Kombiversion mit seitlich zu öffnender Heckklappe, die ab 02. Januar 1960 in Serie gefertigt wurde. Diesen Kombi gab es auch als Modell Camping mit Liegesitzen und Faltschiebedach sowie in Kleinserie auch als Lieferwagen mit 2 Vordersitzen, großer Ladeflächen und verschlossenen Seitenfenstern. Die ersten P 50 wurden noch als AWZ Trabant bezeichnet, später wurde er unter dem Namen Sachsenring Trabant verkauft.
Vom 01. Mai 1962 bis zur Produktionseinstellung am 15. Oktober 1962 wurde der P 50 mit einem synchronisierten Vierganggetriebe mit Freilauf im vierten Gang geliefert (P 50/2).
Von 1958 bis 1962 verließen 131.435 Trabant 500 die Zwickauer Werkhallen, davon 15.661 P 50, 87.348 P 50/1 und 28.426 P 50/2. Sachsenring Trabant P 60 (Trabant 600)1962 wurde der P 50 vom P 60 abgelöst, der sich hauptsächlich durch einen auf 600 ccm Hubraum vergrößerten Motor mit nunmehr 23 PS unterschied, wodurch die Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h anstieg. Nach der Nullserie im Juli lief die Serienproduktion am 15. Oktober 1962 an. Die Modellvarianten waren die gleichen wie beim P 50.
Die Limousine wurde bis Juni 1964 gebaut; Kombi, Camping und Lieferwagen (Kleinserie) bis September 1965. Die Gesamtstückzahl belief sich auf 106.628 Trabant 600. Sachsenring Trabant P 601 (Trabant 601)Ende 1963 wurden 110 Trabant P 601 der Nullserie hergestellt, die Serienproduktion der Limousine begann im Juni 1964. Für den P 601 wurden viele Baugruppen des P 60 übernommen, so z.B. Fahrwerk, Motor, Getriebe, Kastengerippe und vordere Kotflügel. Eine Reihe neuer Duroplastformteile gaben dem P 601 allerdings ein völlig anderes, trapezförmiges Aussehen.
Im Laufe seiner Bauzeit erfuhr der P 601 eine Reihe von kleineren und größeren Änderungen. Die wichtigsten waren die Anhebung der Motorleistung auf 26 PS ab Dezember 1968. Ab 1965 wurde auch eine als Trabant Universal bezeichnete Kombi-Ausführung gefertigt, von der es später wieder eine Lieferwagen-Ausführung gab. Ab 1965 war der P 601 auch mit einer Hycomat-Kupplung erhältlich. Dabei handelte sich es um einen elektro-hydraulischen Kupplungs-Automaten speziell für behinderte Fahrer. 1967 kam der P 601 Kübel hinzu, eine für die NVA und für Forstbetriebe konzipierte offene Version des P 601, die ab 1978 auch unter dem Namen Tramp in ziviler Ausführung erhältlich war.
Von 1963 bis 1990 verließen insgesamt 2.821.381 P 601 das Werk in Zwickau. Ergänzend sollte noch der Trabant 1.1 mit 40 PS erwähnt werden, eine optisch leicht überarbeitete Variante mit in Lizenz gefertigtem VW-Viertaktmotor, die von 1988 bis 1991 in 39.474 Exemplaren gebaut wurde.
Technische Daten:
Technische Daten:
Weiterführende Links
Hans-Joachim Krohberger |
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||