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Bücher zum Thema

Rosemarie. Des deutschen Wunders liebstes Kind

Das Mädchen Rosemarie. Liebe, Leben und Tod des Callgirls Rosemarie Nitribitt

Die großen Kriminalfälle. Deutschland im Spiegel berühmter Verbrechen.

 

DVD

Das Mädchen Rosemarie

Das Mädchen Rosemarie

Der Fall Nitribitt

1957 erschütterte der erste große Skandal die junge Bundesrepublik.

Am 1. November wurde die 24jährige Edel-Prostituierte Rosemarie Nitribitt (eigentlich Rosalie Marie Auguste Nitribitt) in Ihrer Wohnung in Frankfurt/Main tot aufgefunden. Sie hatte Verletzungen am Hinterkopf erlitten, die spätere Obduktion ergab jedoch, dass sie erwürgt wurde.

Dieser Mordfall besaß alles, um im prüden Nachkriegsdeutschland höchste Wellen zu schlagen. Eine junge Frau, die

  • vom Flair des Verruchten umgeben war,
  • über ein Jahreseinkommen von 100.000 DM - eine damals enorme Summe - verfügte,
  • einen offenen schwarzen Mercedes 190 SL mit roten Ledersitzen fuhr,
  • Kunden aus höchsten Kreisen von Wirtschaft und Politik hatte (darunter Harald von Bohlen und Halbach, ein Sprössling der Krupp-Dynastie) und
  • ein Notizbuch führte, das Adressen und Telefonnummern von angeblich über 100 Kunden enthalten sollte.

Eben jenes Notizbuch sorgte für Schlagzeilen, weil sein Inhalt niemals der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde; man munkelte, dass dies auf Druck "von oben" geschehen sei.

1960 wurde ein Freund des Opfers, Heinz Pohlmann, des Mordes an Rosemarie Nitribitt angeklagt. Er konnte allerdings nicht überführt werden und wurde im Juli freigesprochen.

Über den Fall schrieb Pohlmann eine Artikelserie für die Illustrierte "Quick", die eine Belohnung von 50.000 DM für Hinweise zur Ergreifung des Täters aussetzte. Nach acht Ausgeben und einem Protest des Presserates brach "Quick" die Serie ab. Später wurde bekannt, dass die Familie Krupp Pohlmann die Rechte an der Nitribit-Story für 50.000 DM abgekauft hatte.

Der Mord blieb bislang unaufgeklärt. Allerdings gehen bis heute Gerüchte um, dass der Täter aus einflussreichen Kreisen stammen sollte, welche dafür gesorgt haben sollen, dass die Ermittlungen im Sande verliefen. Genährt werden die Gerüchte dadurch, dass einige Hauptbände der Ermittlungsakten (immerhin 700 von 6.000 Seiten) auf rätselhafte Art und Weise verschwunden sind.

Der Inhalt des inzwischen legendären Notizbuches soll erst 2027 veröffentlicht werden, vielleicht weiß man dann mehr…

Bereits ein halbes Jahr nach dem Mord erschien das Buch "Rosemarie - des deutschen Wunders liebstes Kind" von Erich Kuby. Es diente als Vorlage für den Film "Das Mädchen Rosemarie" (1958) mit Nadja Tiller in der Hauptrolle. Dieser Film sorgte für den nächsten Skandal. Die Bundesregierung versuchte aus Sorge um das Ansehen der Bundesrepublik die Aufführung des Filmes auf den Filmfestspielen von Venedig zu verhindern, was ihr jedoch nicht gelang. "Das Mädchen Rosemarie" war mit 8 Millionen Besuchern der erfolgreichste Film des Jahres 1958.

1996 drehte Bernd Eichinger ein eher schwaches Remake von "Das Mädchen Rosemarie" für das Fernsehen, 2004 war die Uraufführung eines gleichnamigen Musicals.

Weiterführende Links:

 
Der Fall Nitribitt I
Der Fall Nitribitt II
Das Mädchen Rosemarie - Der Film (1958)
Das Mädchen Rosemarie - Das Remake (1996)
Das Mädchen Rosemarie - Das Musical (2004)

H.-J. Krohberger

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