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50 Jahre Mercedes-Benz 300 SL

 

Mercedes SL

Ein Mythos hat Geburtstag
Mercedes SL
© Michael Neuhauss
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Viele prominente Zeitgenossen feiern dieses Jahr (2005) ihren 50. Geburtstag. Die Baureihe V60 der DB, die BMW Isetta, der VW Karmann Ghia – und der Mythos SL von Mercedes. Der 300 SL mit seinen Flügeltüren ist eines der schönsten und aufregendsten Autos, die meiner unmaßgeblichen Meinung nach je gebaut wurden.

Alles begann 1952, als Mercedes an die Renntradition der Silberpfeile aus der Vorkriegszeit anknüpfen wollte. Der Konstrukteur Rudolf Uhlenhaut plante einen besonders leichten Rennwagen und kam auf den so genannten Gitterrohrrahmen, der nur 50 Kilogramm wog und trotzdem sehr steif war. Der Name SL war geboren: super leicht.

Einziges Problem: Der Rahmen war seitlich sehr hoch, es gab keinen Platz für klassische Türen mit dem Scharnier vorne. Der Ausweg waren Flügeltüren, die nach oben aufgingen und am Dach angeschlagen waren. Die Eingänge trugen mächtig zum Erfolg des SL in den USA bei, wo sich der Name Gullwing (auf Deutsch "Möwenflügel") einbürgerte, unter dem das Modell 1954 vorgestellt wurde.

1955 fuhr bei Mercedes-Benz in Stuttgart das erste serienmäßige Exemplar eines Roadsters vom Band, der gleich zweimal Geschichte schrieb: der 190 SL. Der kleine Bruder des bereits legendären 300 SL Flügeltürers entwickelte sich gegen alle anfänglichen Bedenken rasch zum Traumwagen der 50er Jahre. Und er wurde der Urahn aller neuen Mercedes-Roadster.
Der Mythos des SL wurde in New York geboren. Dort präsentierten die Stuttgarter im Februar 1954 auf der "International Motor Sports Show" gleich zwei der heute längst legendären SL-Modelle: Das Flügeltürer-Coupé 300 SL und den offenen 190 SL. Der 300 SL begeisterte das Publikum mit seinen markanten "Gullwings" und den Leistungen eines reinblütigen Rennsportwagens.

Der 190 SL war von der 220er-Limousine abgeleitet und hatte normale Türen und "einige grazile Details, die ihm einen hohen Anteil weiblicher Fahrer bescherten", wie es vor drei Jahren im Ausstellungskatalog zur Schau "Mythos Mercedes" hieß. Prominentester weiblicher Fahrer war dabei ausgerechnet die Frankfurter Edelprostituierte Rosemarie Nitribitt. Ein Rennsportwagen wollte der 190 SL allerdings nicht sein. Viel eher sahen ihn die Produktentwickler bei Mercedes-Benz als eleganten und schnellen Tourenwagen, der sich auch im Alltag als Gebrauchsfahrzeug bewegen lässt.

In dieser Rolle akzeptierte auch das Publikum den 190 SL. Als die Serie des Roadsters schließlich Mitte 1955 anlief, fasste die "Motorrundschau" treffend zusammen, was viele über den 190 SL dachten: "Der Wunschtraum für Tausende, für die der 300 SL unerreichbar ist."
Der 190 SL faszinierte vor allem durch seine optischen Eigenschaften. Noch heute gilt das Design als eines der gelungensten der ganzen Automobilgeschichte und steht dem in den Grundproportionen und vielen Details ähnlichen 300 SL nicht nach. Der Fahrer oder die Fahrerin blickten über die lange, niedrige Motorhaube auf die Fahrbahn. Vollständig versenkbare Seitenscheiben gewährten Rundumsicht und boten ungetrübtes Cabrio-Vergnügen. Die großen Instrumente lagen perfekt im Blickfeld. Das gesamte Ambiente vermittelte reines Sportwagengefühl. Produziert wurde der Mercedes-Benz 190 SL bis zum Jahre 1963. Wie erfolgreich und beliebt der Zweisitzer war, zeigen auch die Produktionszahlen:
Zwischen Mai 1955 und Februar 1963 entstanden in Sindelfingen 25.881 Exemplare - weit mehr als seine Entwickler geplant hatten.

Die "Pagode" kommt

1963 passte Mercedes den SL den flotten 60er Jahren an, die gewölbten Formen verschwanden, die "Pagode" wurde eingeführt, der Nachfolger des 190 SL. Der 300 SL blieb ohne direkten Nachfolger. Das eckige Hardtop des Zweisitzers erinnerte viele Betrachter an einen asiatischen Tempel mit schrägen Seiten und schon hatte der SL seinen Kosenamen, allerdings hatten Sicherheitsgründe zu der Form geführt. Den 230 SL gab es bis Anfang 1967, dann wurde er durch den gleichstarken 250 SL abgelöst, der wiederum bereits im Januar 1968 vom 280 SL mit 170 PS abgelöst wurde. Das Modell wurde dennoch ein Hit: Nach nur 3000 Exemplaren des Vorgängers verkauften die Schwaben von dem durchgelüfteten Modell fast 50.000 Stück. Der Wagen war nicht mehr auf Sportlichkeit getrimmt, sondern bot einen bequemeren Einstieg und bessere Kopffreiheit. Das Sportvehikel für den älteren Herrn war geboren. Erst 1971 gab es einen Nachfolger.

Ein bisschen Technik:

300 SL: Reihensechszylinder, 3,0 l Hubraum, 215 PS, 0-100 km/h in 10 Sekunden und mit bis zu 225-260 km/h (abhängig von der Getriebeübersetzung) das damals schnellste Serienauto der Welt. Mit 20.000 DM im Verhältnis zu vergleichbaren Alfa-Romeos oder Ferraris, die es ab 32.000 DM hab, ein wahres Schnäppchen.

Wen es interessiert: Für einen sehr gut erhaltenen Flügeltürer wären heute ca. 340.000 € zu bezahlen, sollte man zufällig einen angeboten kriegen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit dafür gleich Null.

190 SL: Reihenvierzylinder, 1,9 L Hubraum, 105 PS, 171 km/h, 0-100 km/h in 14,5 Sekunden

230SL (Pagode): Reihensechszylinder, anfänglich 2,3 l Hubraum, anfänglich 150 PS, als 280 SL 170 PS, Höchstgeschwindigkeit 190 km/h (als 280 SL 200 km/h)

 
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Weiterführende Links:

 
Mercedes-Benz-190-SL-Club
MB 300 SL

Michael Neuhauss

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