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Denkt man an die fünfziger Jahre, fällt einem natürlich sofort der Rock'n'Roll ein, von der Jugend begeistert aufgenommen, schockierte er das Bürgertum und die Regierenden in Ost und West. Erst wütend bekämpft, später durch Tingeltangel-Barden wie Peter Kraus erfolgreich gezähmt, doch kaum hatte man sich daran gewöhnt, kam der nächste Schock - vier Herren aus Liverpool brachten ebenso ungewohnte Klänge, wie Frisuren mit - die Beat-Welle war da. Da mochte die SED ihren Bürgern den "Lipsi" verordnen, die "Beatlemania" hatte die Welt im Griff. Auch die Rolling Stones sorgten für verständnisloses Kopfschütteln der älteren Generation. Dass die Waldbühne in Berlin zwar den zweiten Weltkrieg, nicht aber ein Stones-Konzert heile überstand, zeigt, wie gewaltig –im Wortsinne- der Einfluss der Popmusik auf die Jugendlichen jener Zeit war.

Film und Literatur dieser Zeit waren zunächst geprägt durch den Wunsch nach heiler Welt. Nach 1000 Jahren Diktatur, die ja bekanntlich dann doch etwas kürzer ausfielen, war das Bedürfnis, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen, erstmal nicht so groß. Die sogenannten Heimatfilme sind wahrscheinlich vielen noch ein Begriff. Aufruhr in der Literaturszene stiftete Günter Grass 1959 mit seinem Werk "Die Blechtrommel", welches die jüngste deutsche Vergangenheit zum Thema hatte.
Die Gruppe 47 prägte mehr und mehr die deutsche Nachkriegsliteratur. Bis zu ihrem Ende 1967 hatte sie, in den letzten Jahren vielleicht weniger, einen wichtigen Beitrag geleistet, dass deutsche Schriftsteller wieder Anschluss an die Weltliteratur fanden.

Es lauerte für das Theater ebenso wie für das Kino, das in den fünfziger Jahren noch große Triumphe feiern konnte, bereits ein Konkurrent, der das Kulturleben nachhaltig erschüttern und revolutionieren sollte - das Fernsehen. Nach zaghaften Anfängen im Dritten Reich begann der Durchbruch Ende der fünfziger Jahre in der Bundesrepublik, die DDR folgte etwas später.

Gegenstände des Massenkonsums erhielten Eingang in die Kunst, die teilweise durch Montagen eine auch ironische Sichtweise der Dinge darstellte. Andy Warhol als einer der bekanntesten Vertreter der Popart darf hier nicht ungenannt bleiben.

Die Moderne in der Malerei wurde in der Öffentlichkeit hauptsächlich von Pablo Picasso geprägt. Picasso war nicht nur DAS Synonym für Moderne Kunst, sondern auch für alles "Asymmetrische" oder sonstwie "Schräge". Als die erste Milch in Tetraedern auf den Markt kam (daher der Markenname "Tetrapack"), hatte der Volksmund auch gleich die passende Bezeichnung: "Picasso-Euter"! Bekannt unter Eisenbahnfreunden sind auch die französischen "Picasso-Triebwagen", die ihren Spitznamen wegen der asymmetrisch an einem Wagenende auf dem Dach angeordneten Führerstände erhielten.

Die Begeisterung der Bevölkerung für moderne Malerei hielt sich jedoch in Grenzen. In bundesdeutschen Wohnzimmern hing eher der "Röhrende Hirsch" in Öl oder, ganz verrucht, die Zigeunerin mit der etwas geöffneten Bluse.

Auch in der Architektur kam die Moderne im großen Umfang zum Zuge, das Bauhaus, im Nationalsozialismus verboten, wurde zum Vorreiter der Bewegung, Architekten wie Walter Gropius, Mies van der Rohe oder Le Corbusier schufen heute noch bewunderte Bauten. Aber die Idee des Bauhauses, dass sich die Form der Funktion unterzuordnen hatte, führte ab Mitte der sechziger Jahre auch zum Bau riesiger, gesichtsloser und letztlich menschenfeindlicher Trabantenstädte, betongewordene Albträume wie die Gropiusstadt in Berlin oder Halle-Neustadt.

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